Hybrides Arbeiten: So funktioniert der Mix

Die Welt und vor allem der Arbeitsmarkt ist immer noch dabei, sich von der Corona-Pandemie zu erholen. Mehr denn je stellt sich die Frage: Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? Hybrides Arbeiten setzt sich bei immer mehr Unternehmen als gesunde Mischung von Mobile Work und Büroarbeit durch. Hier lesen Sie, warum und wie Hybrid Work jetzt Teil Ihrer Unternehmensstrategie sein sollte.

Nicht Homeoffice, sondern hybrides Arbeiten ist gekommen, um zu bleiben

Trendanalysen und Studien sind sich uneinig, wie die Arbeitswelt „Post-Corona“ aussehen wird: So hat Microsoft zum Beispiel in einer Umfrage von 30.000 Unternehmen weltweit herausgefunden, dass etwa drei Viertel der Belegschaften auch nach der Pandemie gerne die Option von Homeoffice hätten. Auf der anderen Seite wünschen sich 67 Prozent der Befragten mehr persönlichen Kontakt und Arbeitszeit im Büro. Wie lassen sich diese Erwartungen vereinen? Die Antwort heißt: Hybrides Arbeiten.

Was ist hybride Arbeit?

Hybride Konzepte sind innovativ, weil sie verschiedene Methoden zu etwas Neuem kombinieren. Hybrides Arbeiten will das Beste aus beiden Welten herausholen: Die Flexibilität von Homeoffice bzw. Remote Work und die Vorteile von persönlichem Austausch im Büro. Damit verabschieden sich Unternehmen und Angestellte vom klassischen Vollzeit-Präsenzmodell und erlauben eine individuelle Gestaltung der Arbeitswoche.

Die verschiedenen Dimensionen des hybriden Arbeitens

Hybrides Arbeiten wird zum „New Normal“

Ein großer Faktor in der Evolution von Hybridarbeit ist sicherlich die Digitalisierung von Arbeitsprozessen und Kommunikationsmöglichkeiten. Tech-Vorreiter wie Google und Facebook bieten ihren Belegschaften schon seit einigen Jahren flexiblere Arbeitsmodelle an, die nachweislich gut funktionieren. 

Hierzulande hielt man bis vor kurzem noch daran fest, dass Arbeit im Büro effizienter ist und besser kontrolliert werden kann. Dann kam Covid-19 und verschiedene Branchen sahen sich gezwungen, digitale Zusammenarbeit und Homeoffice zu ermöglichen. Die positive Bilanz führt auch in Österreich zu einem Umdenken seitens Unternehmern und Arbeitgebern. Wie die Studie Work.Reworked 2020“ zeigt, stieg der Anteil an Unternehmen, die eine flexible Arbeitspolitik anbieten, von 14 Prozent im Jahr 2019 auf 68 Prozent im Jahr 2020. 

 

Leadership braucht neue Fähigkeiten

Damit Hybrid Work funktioniert sind vor allem Führungskräfte gefordert, traditionelle Leadership-Modelle zu überdenken. Das Arbeitsmodell ist kein reines Zugeständnis an Arbeitnehmer, vielmehr geht es um ein engeres Miteinander auf Augenhöhe. Gemeinsam werden ergebnisorientierte und transparente Regeln und Strukturen für die Zusammenarbeit aufgestellt. Gegenseitiges Vertrauen und gezielte Kommunikation ersetzen Top-Down-Prozesse und „Bürostunden absitzen“, Teams bekommen mehr Verantwortung und digitale Tools ermöglichen einen besseren Überblick über Workflows und Projekte. Die Führungsperson wird zum Moderator, Motivator und Mentor mit Blick auf das „big picture“.

 

Büros werden zu Begegnungs- und Kreativzonen

Wenn Mitarbeiter nicht mehr ihre gesamte Arbeitszeit im Büro verbringen, verändern sich auch die Ansprüche an die Räumlichkeiten eines Unternehmens. Das Büro muss jetzt bieten, was im Homeoffice fehlt: Vor allem das persönliche Gespräch mit Kollegen, der spontane Kaffeetratsch und informelle Inspiration gehen dort verloren. Kreative Brainstorming Sessions und intensive oder große Besprechungen sind gemeinsam vor Ort ebenso meist produktiver. Ein Großraumbüro mit vielen einzelnen Arbeitsplätzen wird diesen Ansprüchen nicht gerecht, stattdessen wird es verschiedene, aktivitätsbasierte Zonen brauchen – für Begegnung und Soziales, Konzentration, Präsentation, kreative Arbeit etc.

Was sind die Vorteile von Hybridarbeit?

Vorteile der Hybridarbeit für Mitarbeiter

Warum sollten Angestellte auf eine hybride Arbeitsweise umsteigen? Die häufigsten Argumente und Studienergebnisse:

  • Flexibles Arbeiten führt zu mehr Work-Life-Balance – durch das Einsparen von Wegzeiten und die eigene Zeiteinteilung haben Mitarbeiter mehr Freiheit und Freizeit.
  • Motivation und Produktivität werden gesteigert – im hybriden Modell haben individuelle Arbeitsweisen und Bedürfnisse mehr Raum, was langfristig bessere Arbeitsergebnisse bedeutet.
  • Förderung von Autonomie – digitale Zusammenarbeit und transparente Workflows führen zu flacheren Hierarchien, dem Mitarbeiter wird mehr Verantwortung übertragen.
  • Abwechslung sorgt für mehr Gesundheit und Innovation – Konzentrationsstörungen im offenen Büro oder psychische Belastungen durch Isolierung im Homeoffice werden ausgeglichen. Mehr Bewegung und Perspektivenwechsel regen neue Ideen an.

 

Vorteile der hybriden Arbeit für Unternehmen

Auch Unternehmen können von hybrider Arbeit profitieren:

  • Kostenersparnis – wenn weniger Mitarbeiter jeden Tag im Büro arbeiten, lässt sich Raum flexibler nutzen und Miet- bzw. Betriebskosten können eingespart werden.
  • Mehr Chancen im „war for talents“ – hybride Teams sind standortunabhängig, dadurch können qualifizierte Fachkräfte in einem größeren Radius angeworben werden, international oder als lokale Pendler. 

Moderne Unternehmenskultur und Employer Brand – mit Hybrid Working zeigen Arbeitgeber sich kooperativ und innovativ, was sich Mitarbeiterbindung, Wettbewerbsfähigkeit und die Unternehmensmarke positiv beeinflusst.

So setzen Sie ein hybrides Arbeitsmodell erfolgreich um: 10 Praxis-Tipps

Unabhängig davon, in welcher Ausprägung ein Unternehmen hybrides Arbeiten genau umsetzt, gibt es grundlegende Faktoren für langfristigen Erfolg. Unsere 10 wichtigsten Praxis-Tipps:

  1. Ohne Vertrauen geht nichts. Setzen Sie auf transparente Prozesse, gemeinsame Entscheidungen und zeigen Sie Wertschätzung für gute Ergebnisse. 
  2. Kommunizieren Sie klar Richtlinien für hybrides Arbeiten. Das beinhaltet Prioritäten bzw. Erwartungen, einen Zeitplan mit Kernzeiten und Erreichbarkeiten sowie fixe Termine für Feedback, Abstimmung etc. 
  3. Steigern Sie die Motivation mit Team-Jour Fixes, Erfolgs-Updates und Vor-Ort-Angeboten wie Sport, Cafeteria und Veranstaltungen.
  4. Autonomie fördern und die Führungsebene entlasten – durch mehr partizipative Einbindung von Mitarbeitern und Möglichkeiten der Selbstorganisation.
  5. Chancengleichheit ist der Schlüssel. Alle Mitarbeiter – ob Remote, Homeoffice oder vor Ort – sollten dieselbe Ausrüstung, Projekt-Teilhabe und Arbeitsmöglichkeiten besitzen.
  6. Um die Produktivität zu erhalten, braucht es gemeinsame Tools wie digitale Kollaborationssoftware und synchronisierte Kalender.
  7. Der Zusammenhalt im Team wird durch Raum für informellen Austausch im Web und Büro sowie das Feiern gemeinsamer Erfolge gestärkt. 
  8. Integrieren Sie neue Mitarbeiter mit Hilfe von digitalem Onboarding, Kennenlern-Treffen, Team-Buddies und Willkommenspaketen.
  9. Effektive hybride Meetings glücken mit guter Videoausstattung remote und on-site, einer vorab versendeten Agenda und ausführlicher Dokumentation.

Technische Ausrüstung ist die Basis für hybrides Arbeiten. Wenn das Unternehmen genug Geräte für mobiles Arbeiten zur Verfügung stellt, haben alle die gleichen Voraussetzungen. Eine sichere IT-Infrastruktur, Cloud-Services und Projektmanagement Tools sorgen für flüssige Abläufe und fairen Zugang zu Information.

Fazit: Hybrid Work ist die Zukunft

Wenn Arbeitgeber heute wettbewerbsfähig und attraktiv für junge Talente bleiben wollen, müssen sie veraltete Arbeitsmodelle revidieren und die Mitarbeiter mehr in den Vordergrund stellen. Mittlerweile stellt sich nicht mehr die Frage, ob Unternehmen hybrides Arbeiten ermöglichen, sondern, wie sich Arbeitsweisen und -räume dadurch weiterentwickeln. Flexible, zeit- und ortsunabhängige Zusammenarbeit wir die Zukunft des Arbeitens bestimmen. Und hybrides Arbeiten haucht dem Großraumbüro neues Leben ein. 

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